Montag, 25. Juli 2011

Der Preis der Freiheit

Es gibt Tage an denen scheint die Erde still zu stehen. Für den einen mehr und für den anderen weniger, aber ich denke keiner kann an solchen Tagen sagen das es ihn nicht irgendwie berührt.

9/11 war ein solcher Tag. Jeder der diese Anschläge auf die ein oder andere Weise miterlebte weiss noch genau was er an diesem Tag machte. Ich kam gerade von der Frühschicht nach Hause als mein Mitbewohner mir sagte das ich mich hinhocken soll und mir die Geschehniss in New York anschauen soll. ein paar Minuten später krachte der zweite Flieger in den Südturm des WTC.

Am Freitag den 22.07.2011 kam ich gerade mit dem Hund von draussen wieder als ich die ersten Bilder und Nachrichten aus Norwegen sah und hörte. Ein mutmaßlicher Einzeltäter hatte erst im Regierungsviertel Oslos eine Bombe explodieren lassen und danach auf der Insel Utøya nahe Oslo in einem Jugendcamp Kinder und Jugendliche erschossen.

Ich werde hier explizit nicht auf irgendwelche Motive seitens des Täters eingehen da ich denke das dies zuviel der Aufmerksamkeit für dieses Individuum wäre. Wenn es nach mir ginge sollten sämtliche Manifeste, Videobotschaften und ähnliches auf der Stelle aus dem Netz verschwinden. Nicht weil ich gegen Informationsfreiheit und für Zensur bin, sondern weil ich einfach der Meinung bin das man solchen Menschen, die nicht in der Lage sind sich gewaltfrei zu artikulieren, einfach keine Bühne bieten darf. Egal ob sie nun rechts- oder linksgerichtet sind.

Was für ein Mensch ist jemand, der wehrlose Kinder erschiesst und sofort die Waffen niederlegt sobald sich jemand zeigt der zurückschiessen könnte. Ein elender Feigling ist das, sonst nichts. Jemand der sich in der Rolle des Märtyrers gefällt und erst dem Haftrichter gegenüber seine Motive darlegen will. Jammerlappen, Attentionwhore.

Ich kann nur inständig hoffen das jetzt nicht im Zuge der allgemeinen Trauer irgendso ein sicherheitsfanatischer Opportunismuspolitiker auf die glorreiche Idee kommt das wir noch schärfere Sicherheitsgetzte brauchen.

So leid mir die Opfer in Norwegen auch tun und so sehr mein Mitgefühl auch den betroffenen Familien gilt: Dies ist der Preis der Freiheit. Absolute Sicherheit kann es nur mit absoluter Überwachung geben und das ist etwas das niemand wollen kann. Die derzeit 91 Opfer des Attentäters haben den Preis für uns gezahlt, ebenso wie die Toten der Anschläge auf das WTC. Sie haben mit ihrem Leben dafür bezahlt das wir alle in Freiheit leben können. Das ist eine Schuld die wir nur zurückzahlen können indem wir weiterhin für unsere Freiheit eintreten, indem wir uns nicht der Angst vor möglichen Attentätern hingeben und unsere Rechte gegen totale Sicherheit eintauschen und gleiches mit gleichem vergelten. Sobald das passiert haben die Terroristen gewonnen und wir haben den Kampf um unsere Freiheit verloren.

Kommentare:

Jack hat gesagt…

+/- 240 Kinder sind gestorben. Nur in den Letzten 24h. Die Eltern haben mein mitgefühlt.


http://www.welt.de/politik/ausland/article13504782/Amok-lauf-des-Mr-H.html

Darth Mopp hat gesagt…

Auch fürchterlich was da in Somalia und überhaupt in der sog. dritten Welt passiert, keine Frage, Jack.

Nur was hat das eine mit dem anderen zu tun? Auf der einen Seite die Unfähigkeit der Industrienationen adequate Hilfe zu leisten, auf der anderen ein Irrer der mutwillig Menschen erschiesst?

Mir erschliesst sich der Zusammenhang nicht.

anonymus Vari hat gesagt…

erstens: wth is Jack?

2.: was hat somalia, in dem völlig andere zu- und um-stände herrschen, mit solchen dingen zu tun, die in dem blog behandelt werden? was haben islamistische milizizen, die hilfslieferungen abfangen und ihre eigenen leute verrecken lassen oder sie kurzerhand umlegen und die unfähigkeit der westlichen oder 1sten welt, damit endlich mal aufzuräumen, wenn sie wirklich helfen wollten, mit solchen gestalten wie in oslo zu tun?

zum thema:

da sieht man doch mal wieder, was geringe intelligenz und bildung, politischen dummfug begünstigend, dazu religiösem wahn und antiwahn, so alles anrichten können.
dumme feige typen, die politischen bullshit und irgendwelches glaubensgedöns, zum anlass nehmen, mal eben fix paar leute umzulegen, die nicht den hauch der chance zur verteidigung und nur sehr geringe chancen zu überleben haben.
alles aus selbstgerechtem, verblendetem "weltverbesserungstum".

leider gibt es davon genug, nur so extrem werden, zum leidwesen jener die das gerne öfter sehn würden, als auch unserer sicherheitsfanatiker, zum glück nur wenige und manch einer kommt im rechten moment sogar doch noch zur vernunft.

aber wie der herr föhnich schon bemerkte, das geschrei, nach mehr sicherheit, genau und jetzt erst recht, der vorratsdatenspeicherung, wird schon wieder laut und erneuert...schön wie das gleich wieder benutzt wird, angst geschürt und schon sind wir noch ein paar rechte los... bald gibts wieder inquisition, weil wir uns immernoch nicht von dem ganzen religiösen mist trennen können oder die gestapo klopft wieder an, sollte sie überhaupt klopfen...

der preis der freiheit...

er ist oft hoch, aber wer nicht bereit ist ihn zu bezahlen, verdient sie auch nicht.
angst ist doch ein tolles gefängnis und politik, schon immer dazu da, dem eigenen vorteil eine plattform zu bieten unds als "heil fürs volk" zu verpacken...bei den ganzen niveaulosen bildlesern in good ol' germany, scheint das auch hervorragend zu funktioniern.